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Herrmann, Eduard

Nachname: Herrmann
Vorname(n): Eduard
Geburtstag: 10.05.1874
Geburtsort: Preußisch-Friedland/Westpreußen (heute Debrzno/Nordwestpolen)
Wohnort(e): Preußisch-Friedland; Witten; Siegen, Giersbergstraße 33 (heute Harkortstraße 3)
Beruf(e): Kaufmann
Religion: jüdisch
Fluchtziel(e): Palästina
Haftort(e): KZ Sachsenhausen 10.11.1938
Todesdatum: 25.11.1940
Todesort: Haifa
Biografie:
Eduard Herrmann war zusammen mit seinem Bruder Hirsch Herrmann (gen. Hugo) Inhaber des in Siegen und Umgebung bekannten Textilkaufhauses „Gebrüder Herrmann“ in der Marburger Straße 29-33. Zugleich war Eduard Herrmann von 1923 bis 1938 Vorsteher der Synagogengemeinde Siegen.
Eduard Herrmann war verheiratet mit Lina geb. Rosenhelm aus Krombach. Lina Herrmann starb am 8. März 1927 im Alter von 57 Jahren. Sie wurde auf dem Hermelsbacher Friedhof in Siegen beerdigt.
Hugo Herrmann, einziges Kind des Ehepaares Lina und Eduard Herrmann, wurde am 20. Dezember 1898 in Siegen geboren. Mit seiner Frau Mally geb. Grünberg, geboren am 30. Januar 1900 in Wisnicz bei Krakau (Westgalizien), seinen Kindern Walter und Lea, wanderte Hugo Herrmann am 8. März 1939 nach Palästina aus.  Hugo Herrmann und seine Frau wechselten nach dem Krieg mehrfach ihren Wohnsitz zwischen Beth Jichzak und Siegen, da sie in Israel nie heimisch wurden. 1973 blieben sie endgültig in Siegen. Mally Herrmann starb hier am 2. Juni 1978. Hugo Herrmann starb in Siegen am 21. Juli 1993.
Eduard Herrmann wohnte zuletzt in der Giersbergstraße 33 (heute Harkortstraße 3). Am 12. August 1940 meldete sich Eduard Herrmann in Siegen zur Auswanderung nach Palästina ab. Er fuhr von Wien mit in einem Konvoi von vier Schiffen die Donau hinunter, durch das Schwarze Meer, den Bosporus und das Mittelmeer bis Haifa. Die britische Mandatsmacht Palästinas ließ die jüdischen Einwanderer wochenlang nicht von Bord gehen. Das Schiff sollte zur Insel Mauritius weitergeleitet werden. Um das zu verhindern, sprengte die zionistische Untergrundorganisation „Haganah“ die „Patria“ im Hafen von Haifa. Infolge der Explosion starben etwa 260 Einwanderer, darunter Eduard Herrmann. Eine gemeinsame Grabstätte für die Opfer der „Patria“ wurde in Haifa angelegt.
Auf der Flucht vor Ausgrenzung und Verfolgung kam Eduard Herrmann am 25. November 1940 ums Leben.
 
Hartmut Prange, 2010
Fotoquelle: Archiv AMS
Quellenangabe: Klaus Dietermann, Jüdisches Leben in Stadt und Land Siegen, Siegen 1998; Walter Thiemann Walter, Von den Juden im Siegerland, Siegen 1968
Verlegedatum Stolperstein: 19.05.2011
Verlegeort Stolperstein: Harkortstraße 3, Siegen
Eduard Herrmann

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